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Nach den Wirren der napoleonischen Kriege (1800- 1810), die auch über die Orte beidseits der Saalach
zerstörerisch, mordend und plündernd hinwegfegten, kam die Bevölkerung wiederholt zu wechselnden Staatsangehörigkeiten. Im Jahr 1810 kam das Land Salzburg zum Königreich Bayern. 1816 kam
es endgültig zum Kaiserreich Österreich. Ausge- nommen davon waren die Gebiete westlich der Salzach und Saalach.
Freilassing blieb damit bayerisch. Die beiden Flüsse
wurden mittig zur Staatsgrenze zwischen Bayern und Österreich bestimmt. War das Kirchdorf Salz- burghofen seit 1819 eine politische Gemeinde, so war Freilassing innerhalb dieser Gemeinde nur ein
kleiner Ortsteil. Durch die Grenzziehung 1816 und vor allem mit dem Bau der Eisenbahn 1860 rückte Freilassing immer stärker in den Vordergrund. Mit
dem Bau des Zentralschulhauses und der Rupertus- kirche wurde dies deutlich sichtbar.
Rege Bautätigkeit setzte weiter ein. Amtsgebäude für Grenz- und Zollbeamte wurden erforderlich.
Bahnbedienstete siedelten sich an. Die Bevölke- rungsstruktur änderte sich. Die bisher rein bäuer- lichen Bewohner kamen in die Minderheit. Im Jahr 1919 zählte Salzburghofen 1.136 Personen und
Freilassing 1.462. Der wirtschaftliche Schwerpunkt hat sich nach Freilassing verlagert. 1922 forderten deshalb Freilassings Bürger die Änderung des
Gemeindenamens. Zum 1. Januar 1923 bekam die Gemeinde Salzburghofen die neue amtliche Namensbezeichnung „Freilassing“.
Zum Ende des Krieges im April 1945 wurde der
Eisenbahnknotenpunkt Freilassing durch Bomben- angriffe der Alliierten zerstört. Zahlreiche Wohnge- bäude lagen in Schutt und Asche. 70 Ortsbewohner kamen dabei ums Leben. Mit dem Ende des
Krieges schöpfte die Bevölkerung neue Kraft und Hoffnung. Mit der Eingliederung von 3.000 Heimat- vertriebenen, 30% Bevölkerungsanteil, als aner- kannte „Neubürger“, wie sie sich selbst nannten,
begann mit deren Potential, vor allem im produ- zierenden Gewerbe, eine kaum für möglich gehaltene Aufwärtsentwicklung auf allen Gebieten.
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